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Methoden

Erlebniszentrierte Einzelfallarbeit

Derzeit ist es schon selbstverständlich, dass die Soziale Arbeit soll aufgrund der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie gesellschaftliche Empfindlichkeit oder Problem-Komplexität ständig erneuert werden. Die technisierte und evidenzbasierte Sozialarbeit soll immer mehr mit dem kritischen oder reflektierten Wissen ergänzt werden. Die Qualifizierungsfaktoren sind die höchststehenden Elemente in den professionellen Hilfsbeziehungen, wodurch die Teilnehmer in die Zukunft blickend wirklich erfolgreich und kompetent sein können. 

Die Offenbarungen von  Reflexionen sind Attitüde, Intentionen und kognitive Prozesse, die der Kommunikation dienen.

 

Die Erlebnissuchung in den professionellen Sozialen Arbeit ist eine praxisorientierte Methode, im Kontext nach den folgenden Faktoren:

  1. Person
  2. Problem
  3. Beziehung
  4. Ergebnis
  5. Zufriedenheit

Die Einzelfallarbeit, als interaktives, förderliches, und generatives Feld der Praxis der Sozialen Arbeit ist ein gegenseitig definierter Hilfskontext, in dem die definierenden Teilnehmer ihre erfolgs- oder  misserfolgsorientierten Repräsentationen aufgrund ihrer gemeinsam über die Welt geschaffenen Gedanken, gemeinsamen Meinungen und zueinander geeigneten Absichten herstellen können. Es ist ein generativer Zustand, was seine Komplexität gesehen, in die Beurteilung der Wirksamkeit einfließen kann.

In der professionellen Sozialen Arbeit ist neben den unterstützenden prozessgrundsätzlichen Elementen der Fokus der beziehungsgrundsätzlichen Funktion ebenso wichtig. Die Hilfe durch ihre beispielgebenden Beziehungsrelationen wird aus einem Vorfall gesteuerten Prozess zu einem erlebniszentrierten Geschehen. Die Erlebnisse sind die Offenbarungen der gemeinsamen Arbeit, die möglichst am besten kommuniziert werden sollen. Die Reflexions- oder Reaktionsfähigkeiten sind die grundsätzlichen Bausteine eines zielorientierten Hilfsbeziehungsaufbaus, insofern die relevanten Kompetenten (so als Kommunikationsfähigkeit, wie als fachliche Fragestellung) gut und zweifellos zur Verfügung stehen können. 

Das Erlebnis ist eine innovative Narration in der Einzelfallarbeit, die die Beziehungsteilnehmer motiviert, ihre effektiven/kognitiven Repräsentationen durch ständige Reflexionen determinieren, notfalls wiederdeterminieren zu können. Dieser Erlebniszustand ist entsprechend dem System der gegenseitigen Intentionen und Einstellungen.

Die intentionellen Fokuspunkte sind die folgenden:

  1. Bezogenheit zueinander

  2. Bezogenheit zum Problem

  3. Bezogenheit zur Beziehung

  4. Bezogenheit zur Änderung

  5. Bezogenheit zur Zufriedenheit

Flussdiagramm für die Untersuchung der intentionellen Fokuspunkte:

 

 

  1. Person Fokus:

    Die Repräsentation füreinander kongruenter Weltsicht (fachliche, menschliche Attitüde, Wissen, Verhalten) – gegenseitiges Verständnis, kognitive Erklärung der „feed-back“ Mechanismen (z.B.  imaginäre Hilfsrolle, vorheriges Wissen und Erwartung)

  2. Problem Fokus:

    Die Interpretierung der Problemsituation. Problem-Wert Relevanz zwischen Klient und Helfer (wer wie über das Problemverständnis denkt)

  3. Kooperation Fokus:

    Das Verständnis über die Kooperationsabsicht des Anderen, aktive und emotionelle Erkundigung.

  4. Änderung Fokus:

    Die Repräsentation des Änderungsvertrauens, aussichtreichende Antizipationen

  5. Zufriedenheit Fokus:

    Die gegenseitige Beziehungszufriedenheit

     

    Die gegenseitigen Intentionen helfen den Erfolg der Hilfsbeziehung im Bezug auf den Fokus der 5 oben besprechenden Bezugssituationen durchzusetzen. Die Beziehungsvertiefung kann aber in diesen Fokuspunkten auch steckenbleiben und es kann sich Misserfolgen ergeben.

     

    Die 5 kritischen Umstände:

1.) Sympathie, Akzeptierung

2.) Problemerkennung

3.) Kooperationsabsicht

4.) Änderung, vertrauen in die Zukunft

5.) Zufriedenheit

 

Die Wirksamkeit der professionellen Beziehungsarbeit ist aufgrund der zwei folgenden wichtigen Aspekte messbar:

  1. Erfolgsfaktoren der kommunikativen Absichten: Die hinter Gefühlen, Gedanken, Attitüden ausgedrückt und verstanden werden können.

  2. Erfolgsfaktoren der kommunikativen Techniken: Fragestellung, fokussieren zur Unterstützung des Absichtsausdrucks.

Kommunikative Diversität im Beziehungsaufbau

 

explizit

 

KLIENT

 

gemeinsame

 

IMPLIZIT

 

explizit

 

HELFER

Explizite Reflektive Intentionen

 

Absichts-abstimmung

im Fokus:

Prozessstand

 

Problem-definitionsfähigkeit

 

Mobilisierungs-fähigkeit der eigenen Ressourcen

 

Problemlösungs- fähigkeit (know how)

 

Konflikthandlungs-fähigkeit

 

Analysierungs-fähigkeit der Alternativen

 

Ursprüngliche

Typuskenntnis

 

 

Genetisch kodierte,

differenzierte endogen Entwicklungsperiode - Persönlichkeitsentwicklung

 

Gelernte kognitive und effektive Einstellungen

Prozessstand

Hearing, aktive Beobachtungs-fähigkeit

Kenntnisse der parasprachlichen, konnotativen und proxemischen Kommunikation

Kenntnisse der Paraphrasierung und Fragestellung

Datenanalysierung

Pioritätseinstellung

Umdeutungs-fähigkeit

Zusammenfassung, Evaluierungs-fähigkeit

 

 

Person

„kongruentes Weltbild“

Problem

Problem-definition

Kooperation

Zusammen-arbeit

Änderung

Glauben, Vertrauen

Zufriedenheit

Selbst- und gemeinsame Evaluierung

 

 

Sandor Haasz (2011): Erlebniszentrierte Einzelfallstudie in der professiellen Sozialen Arbeit - Praxis und Methode. PhD Dissertation, PTE, Pecs

 

Beiträge

14. 12. 2017

Methoden

/ Rubrik: Methoden
 
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